USA > Das falsche Spiel der USA

Der Reporter Seymour M. Hersh

„Mit der Aufkündigung des INF-Vertrages wird Amerika gerade zu einer ernsthaften Bedrohung für die Welt - und insbesondere für Westeuropa" - warnt Seymour Hersh, einer der bedeutendsten Investigativ-Journalisten der USA.

 Die Diskussion um Einmischung der Russen in den amerikanischen Wahlkampf hält er für völlig überbewertet, weitaus bedeutendere Dinge seien gerade im Gange.

 Die Neokonservativen haben längst im Weißen Haus die Macht übernommen und handeln.

Mit seinen akribisch recherchierten Reportagen brachte Hersh die amerikanischen Regierungen durchgehend seit über 50 Jahren ins Schwitzen.

Er deckte das Massaker von My Lai während des Vietnamkrieges auf, veröffentlichte die Folter-Bilder aus Abu Ghraib und schrieb gegen die amerikanischen Maßnahmen im gesamten Mittleren Osten an.

Soeben ist seine Autobiografie in Deutschland erschienen. Ein scharfer Blick hinter die Kulissen der Weltpolitik in den vergangenen 50 Jahren. Wir haben Seymour Hersh in Washington getroffen und mit ihm darüber gesprochen, was die Gemeinsamkeiten zwischen dem Vietnam- und dem Irakkrieg und den heutigen Auseinandersetzungen sind. Und ob guter Journalismus auch in Zeiten von Twitter und Facebook noch möglich ist. Autor: Dennis Wagner  Internet unter www.DasErste.de/ttt

Quelle: https://de.sputniknews.com/politik/20190208323893488-lafontaine-kommentar-us-politik-europa/?fbclid=IwAR13inTDItqc2-8ougM4yVuCBMJQSxEU3aATTD7PM5iEsskQnMzOZ7oall8&utm_source=https://www.facebook.com/&utm_medium=short_url&utm_content=kE4N&utm

Oskar Lafontaine

 „Die Lügen Trumps und seiner Vasallen“ – Oskar Lafontaine zur europäischen US-Politik

Der deutsche Linken-Politiker und Publizist Oskar Lafontaine hat mit einem Kommentar auf Facebook seine Position zur US-Amerikanischen Politik in Bezug auf Deutschland und Russland erläutert.

Lafontaine zufolge liegt das Hauptziel der US-Politik seit einem Jahrhundert darin, „ein deutsch-russisches Bündnis zu verhindern.“ Die USA wollen demnach einen Keil zwischen Deutschland und Russland treiben.

 „Es ist doch eine banale Erkenntnis, dass die Vereinigten Staaten ein Problem hätten, wenn deutsche Technologie und russische Rohstoffe zueinanderfänden“, zitiert der Linken-Politiker den US-amerikanischen Sicherheitsberater George Friedman.

Trump wolle nun verhindern, so Lafontaine, dass Russland in größerem Umfang umweltfreundliches Erdgas an Deutschland verkaufe, um uns selbst sein umweltschädliches Fracking-Gas zu verkaufen. Deshalb würde es seit längerem eine Lügenkampagne unter Beteiligung von „Bild“ und ähnlichen „Qualitätsmedien“ und einschlägig bekannten „Atlantikern“ bei CDU und Grünen geben. Ihr Ziel sei es, zu verhindern, dass Putin einen zu großen Einfluss in Deutschland bekomme, so Lafontaine.

Weiterhin versucht Lafontaine zu hinterfragen, wer von den beiden Staatschefs, Wladimir Putin und Donald Trump, den Bürgern und Unternehmen Deutschlands denn letztendlich vorschreiben wolle, wie man sich zu verhalten haben.

„Nötigt Putin die Deutschen, mehr Geld fürs Militär auszugeben, oder ist das Trump? Verbietet Putin den Deutschen Handel mit anderen Nationen zu treiben, oder ist das Trump? Sagt Putin den Deutschen, welches Gas sie verbrauchen sollen, oder ist das Trump? Schreiben Putins Botschafter Drohbriefe an deutsche Firmen, oder sind das Trumps Botschafter, die sich in aller Welt aufführen wie einst die Statthalter Roms?“

Lafonataine bezieht sich auf Politikbarometer-Daten, wonach wegen Trumps Politik 82 Prozent der Deutschen stark besorgt seien, wegen Putins Politik 56 Prozent. Zudem würden fast zwei Drittel der Deutschen den US-Präsidenten für eine größere Gefahr für den Weltfrieden halten als den russischen Präsidenten.

„Sollte Putin anfangen, uns vorzuschreiben, mit wem wir Handel treiben dürfen, wieviel Geld wir fürs Militär ausgeben und wie unsere Energieversorgung aussehen soll, können wir uns immer noch überlegen, ob wir Trumps schmutziges und teures Fracking-Gas kaufen. Aber bis dahin sollten die USA und ihre Vasallen aufhören, uns ihre Lügenmärchen aufzutischen.“, heißt es zum Abschluss.

Oskar Lafonataine hat mit diesem Kommentar die berechtigte Frage nach dem Sinn und Zweck der US-Politik in Europa in den Raum gestellt. Der im Jahr 2017 verstorbene ehemalige Sicherheitsberater unter dem ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter und weltbekannte Stratege im Bereich Geopolitik, Zbigniew Brzezinski, hatte vor etwa 20 Jahren in seinem Buch „The Grand Chessboard“ die Strategie der US-amerikanischen Politik (vor allem im Rahmen der Nato) in Bezug auf Europa und Russland eindeutig genannt. Ihm zufolge muss die USA versuchen, selbst in Europa weiter zu agieren, Deutschland dabei „unten  zu halten“ und Russland am besten nicht in europäische Angelegenheiten eindringen lassen. (“On the purpose of NATO: to keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down”).

Grundsätzlich nehmen weltweit viele Politiker und Strategen nach wie vor Bezug auf Brzezinskis Ansichten, die vor allem in den Vereinigten Staaten und in deren Partnerländern Anklang finden.

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Oskar Lafontaine gilt als einer der schillerndsten deutschen Politiker der letzten 30 Jahre. Er war von 1985 bis 1998 Ministerpräsident des Saarlandes und galt bei der Bundestagswahl 1990 als Kanzlerkandidat der SPD. Zwischen 1995 und 1999 war Lafontaine SPD-Vorsitzender und übernahm nach der Wahl Gerhard Schröders 1998 zum  Bundeskanzler in dessen Kabinett das Bundesministerium der Finanzen. 1999 hatte er überraschend alle seine politischen Ämter niedergelegt und sich fortan als Kritiker des rot-grünen Regierungskurses positioniert.

2005 folgte ein Wechsel von der SPD zur damals neu gegründeten Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit (WASG), die sich nach einem Wahlbündnis mit der PDS in „Die Linkspartei.PDS“ umbenannte. Von 2005 bis 2009 war Lafontaine mit Gregor Gysi Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Deutschen Bundestag. Von 2007 bis 2010 war er neben Lothar Bisky Parteivorsitzender der neugebildeten Partei Die Linke.

Aus gesundheitlichen Gründen hatte Lafontaine sich von seinen politischen Ämtern zurückgezogen und führte nach der Genesung die Linke bei der Landtagswahl 2009 mit mehr als 20 Prozent der Stimmen zu einem erdrutschartigen Erfolg. Gegenwärtig ist er Fraktionsvorsitzender der Linken im Saarländischen Landtag.

Quelle: https://de.sputniknews.com/politik/20190208323893488-lafontaine-kommentar-us-politik-europa/?fbclid=IwAR13inTDItqc2-8ougM4yVuCBMJQSxEU3aATTD7PM5iEsskQnMzOZ7oall8&utm_source=https://www.facebook.com/&utm_medium=short_url&utm_content=kE4N&utm_campaign=URL_shortening

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